Noch bis zum 14. September 2008 zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt in seiner neuen großen Ausstellung über 300 Tagebücher und Weblogs aus fünf Jahrhunderten. Erstmals werden damit in Deutschland papierne und digitale Tagebücher gemeinsam präsentiert und diskutiert, werben die Macher für den Event.
Unter den Ausstellungsstücken sind Originale von prominenten Autoren wie Franz Kafka, Theodor W. Adorno, Clara Schumann oder Johann Wolfgang Goethe. Wer immer schon mal nachlesen wollte, dass sich Thomas Mann Massagen mit dem Bügeleisen massieren ließ, sollte sich auf den Weg nach Frankfurt machen. Danach wandert die Ausstellung nach Nürnberg und Berlin, wie es beim Museum auf Anfrage von eliterator.de heißt.

Museum für Kommunikation Frankfurt
Unter den Ausstellungsstücken stechen aber nicht nur die Originale berühmter Persönlichkeiten hervor, sondern auch Schreibstil oder Wahl des Schreibmaterials. Schumann etwa reduzierte ihre Texteinträge auf ein Minimum, indem sie Blumen und Pflanzen in ihr Blumentagebuch einklebte. Goethes "Schreib-Kalender" ist dagegen ein Geschäftskalender, der darauf angelegt ist, Einnahmen und Ausgaben zu notieren.
Hans Gröner verfasste Einträge auf Holzscheite. Fritz Solmitz dokumentierte im KZ seine letzten Lebenstage auf Zigarettenpapier. In Geschäftsbüchern, Notizbüchern oder Wandkalendern wurde Tagebuch geführt. Sparsam kalkulierte Einträge sind ebenso zu finden wie großzügige Schrift und Verzierungen mit Einlagen, Bildern und Fotografien.
Als ganz besondere, bisher nie gezeigte Exponate präsentiert die Ausstellung 200 Tagebücher unbekannter Autoren aus dem Tagebucharchiv Emmerdingen. Dort werden seit 1998 private Tagebücher, Lebenserinnerungen, Briefwechsel sowie Haus- und Hofbücher aus dem gesamten Bundesgebiet gesammelt und archiviert.
Was verbindet nun aber ein Tagebuch mit einem im Internet geführten Blog? Als Gemeinsamkeit haben die Ausstellungsmacher etwa das Verwenden von Einlagen – im Webbereich z.B. die Verlinkung von You-Tube-Videos – ausgemacht. Ob als Lebenswerk geplant oder nur auf kurzen Zeitraum ausgelegt, immer sind die ersten Einträge von elektronischen oder papiernen Tagebuchschreibern von guten Vorsätzen geprägt.





